Das Jahr 2010 im Überblick

Das Motto für 2010 könnte folgendermassen lauten: 'Nichts ist sicher – Alles ist möglich'. 

Dieses Jahr ist ein Jahr der Übergänge. Der bereits seit zwei Jahren laufende Wandel der Werte setzt sich fort, allerdings mit neuen Akzenten. Dabei ist mit einem Phänomen zu rechnen, das auch beim Wetter in den Übergangszeiten zwischen Winter/Frühjahr oder Herbst/Winter zu beobachten ist. Es ist instabil, und die Muster beider Jahreszeiten wechseln sich in kurzen Abständen und teilweise extremer Form ab. Warme, sonnige Tage, heftige Regenfälle und Kälteeinbrüche folgen aufeinander, es gibt keine Planungssicherheit, und das Unbeständige ist die Regel. Typisch für diese Zeit sind auch Stürme, die den Wechsel begleiten. 

Die Konstellationen versprechen eine Fülle von ganz unterschiedlichen Prozessen und Themen. Einerseits setzen sich die Themen und Trends der beiden zurückliegenden Jahre fort, andererseits sind jedoch neue Impulse und überraschende Wendungen zu erwarten, die für Aufbruchstimmung sorgen und das Geschehen in eine unerwartete neue Richtung lenken. So sind auf der einen Seite weitere Krisen und Zusammenbrüche, teilweise auch im grossen Stil, zu erwarten, aber auch überraschende Aufschwünge und Durchbrüche in ganz neue Bereiche sind möglich. In jedem Fall aber dürfte am Ende des Jahres 2010 vieles in einem ganz neuen Kontext gesehen werden.

Zum einen setzt sich die Strukturbereinigung und der Wertewandel der vergangenen Jahre fort. Der Trend zu Natürlichkeit, Schlichtheit, Einfachheit sowie die Besinnung auf das Wesentliche bestimmt weiterhin das Geschehen. Dazu kommt eine Betonung von traditionellen Werten, wie Familie und Heimat, ein Bedürfnis nach einer starken Autorität sowie klaren, strengen Regeln und Gesetzen. Gleichzeitig zeigen sich in vielen Belangen und Bereichen, die lange Zeit als Garant für Sicherheit und Beständigkeit galten, unübersehbare Schwachstellen; dort ist mit Ereignissen und Prozessen zu rechnen, welche bisher für unverrückbar gehaltene Grundannahmen über das Leben und in Stein gemeisselte Prinzipien ins Wanken bringen. Diese dürften eine Entwicklung in Gang setzen, die langfristig zu einer neuen Weltsicht und Haltung führt. Es zeigt sich in diesem Zusammenhang deutlich, welche Strukturen und Gesetze, Organisationsformen und Traditionen, Sicherungs- und Kontrollmechanismen den Anforderungen der sich in ungeahntem Ausmass wandelnden Welt nicht mehr genügen. Dabei können auch bisher bewährte Grundsätze und Gesetze zunehmend zur Belastung werden und notwendige oder kreative Erneuerungsprozesse blockieren. Organisationsstrukturen (politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich) stehen unter dem Druck der Ereignisse und können teilweise ganz zusammenbrechen. Urmenschliche Grundwerte, organisch gewachsene Formen, durch eine klare innere Haltung und echte Kompetenz begründete Autorität und reale Substanz erweisen sich hingegen als stabil; sie werden zu tragenden Faktoren und bilden die Fundamente der neuen Zeit.

Gleichzeitig ist im Verlaufe des Jahres eine klare Gegenbewegung auszumachen. Aufbruchstimmung und Frühlingsgefühle setzen starke Energien frei, die für neuen Schwung und Zuversicht sorgen. Innovative Ideen setzen wichtige Impulse, kreative und schöpferische Projekte erhalten Aufmerksamkeit und versprechen Erfolg. Forscher, Entdecker und Pioniere in verschiedensten Bereichen sorgen für aufsehenerregende Erkenntnisse und ebnen den Weg für eine neue Weltsicht. Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Netzwerke gewinnen zunehmend an Bedeutung und erlauben es, auch hochkomplexe Prozesse zu erfassen und in einen neuen Kontext zu setzen. Die sich daraus ergebenden Entwicklungen und Veränderungen können teilweise in atemberaubendem Tempo erfolgen. Der laufende Bewusstseinswandel verstärkt sich, wodurch ein neues ganzheitliches Verständnis für die ablaufenden Prozesse möglich wird. Das Potenzial und die Kraft des menschlichen Geistes wird immer deutlicher, auch im Hinblick auf seine Wirkung auf konkrete und materielle Themen. In diesem Zusammenhang wird es zunehmend wichtig, zwischen wilder Spekulation und wirren Vorstellungen einerseits sowie essenziellen Einsichten und echter Erkenntnis andererseits zu unterscheiden. Im Zuge der Erkundung neuer Bewusstseinsdimensionen ist durchaus mit ausgefallenen Theorien und gänzlich abstrusen, abwegigen und teilweise auch gefährlichen Verhaltensweisen zu rechnen. Wo es hingegen möglich ist, Inspiration, Visionen und Erkenntnisse jenseits des Bekannten mit einer verantwortungsbewussten, nüchternen und pragmatischen Haltung zu verbinden, dürften hingegen bahnbrechende Schritte und Erfahrungen möglich sein. 

Auf der konkreten Ebene dürfte sich der bereits seit einiger Zeit vorhandene grundsätzliche Trend hin zu neuer Bescheidenheit, zu Natur, Familie und Heimat, Geborgenheit und Sicherheit fortsetzen. Parallel dazu läuft eine intensive Auseinandersetzung im Zusammenhang mit Autoritäts- und Machtstrukturen, seien diese nun staatlicher, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher oder auch persönlicher Natur. Immer wieder stellt sich die Frage der Kompetenz, der Rechte und Pflichten, der Aufgaben und Grenzen einer Machtfigur oder Machtstruktur. Entsprechend dem Thema Übergang stehen in diesem Jahr zudem abwechselnd zwei unterschiedliche Themenbereiche im Zentrum der Aufmerksamkeit: Einerseits richtet sich der Fokus nach wie vor auf Vorgänge in Natur und Umwelt, auf Fragen rund um Gesundheit und soziale Bedingungen, sowie humanistische, religiöse und spirituelle Themen, auf die Vielschichtigkeit der menschlichen Natur und die Interaktion zwischen Mensch und Umfeld. Andererseits sind Beziehungen und Partnerschaften jeder Art, das Gleichgewicht von Geben und Nehmen, Durchsetzung und Anpassung, Fragen rund um Fairness, Recht und Gerechtigkeit angesprochen. Grundsätzliches und Persönliches, kollektive Prozesse und individuelle Anliegen wollen gleichermassen berücksichtigt werden. Die Frage der Verantwortlichkeit spielt bei all diesen Themen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Begriff 'Gleichberechtigung' erhält eine neue Qualität. Oft geht es um die Befreiung aus bestehenden Abhängigkeiten und alten Mustern, ebenso wie um die Grenzen der individuellen Freiheit, um Macht- und Kontrollmechanismen. 

Auch im Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Werten ist in diesem Jahr Bewegung zu erwarten. Die Schwächen und Schatten des 'starken' und die Stärken und das Potenzial des 'schwachen' Geschlechts werden immer deutlicher. Nicht nur die Rollenbilder von Mann und Frau stehen im Fokus, auch grundsätzliche Fragen im Zusammenhang mit polarem Verhalten stehen immer wieder zur Diskussion. Matriarchale Grundsätze und Modelle gewinnen an Bedeutung und prallen auf bestehende, patriarchale Weltbilder. Die 'weibliche' Tendenz zu bewahren, zu schützen und zu halten, steht im Kontrast zur 'männlichen', die Veränderung, Fortschritt und aktives Eingreifen postuliert. Dabei sind heftige Konflikte um die Grundhaltung dem Leben gegenüber und in Bezug auf mögliche Strategien im Umgang mit Krisen möglich. Es ist jedoch auch denkbar, dass in diesem Jahr deutlich wird, dass jede einseitige Haltung zum Problem wird und es notwendig ist, beide Kräfte partnerschaftlich zu nutzen, um den Herausforderungen der Zeit zu genügen. Dabei könnten neue Modelle der Zusammenarbeit entstehen und zu einem grundlegenden gesellschaftlichen Wandel führen. 

Viele der in diesem Jahr ablaufenden Prozesse stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit Ereignissen der Jahre 1981/83 sowie 2001/02, 1988/89 sowie des Winters 2007/08. Impulse und Geschehnisse jener Zeit werden wieder aktuell. Oft wird nun Bilanz gezogen – im Positiven wie auch im Negativen. Vor allem Entwicklungen, die in den frühen achtziger Jahren begannen, befinden sich nun in einer kritischen Phase. Spreu und Weizen werden getrennt. Die Ereignisse und Prozesse im Jahre 2010 können als Wendpunkt in der laufenden Entwicklung gesehen werden, welche die Weichen für die Zukunft stellen. 


Schlüsselthemen und Worte für 2010

Vergangenheit und Zukunft
Familie, Heimat, Vaterland
Weltbürgertum
Besinnung auf traditionelle Werte
Experimente, Lust auf Neues 
Form dient Funktion 
Stil, Schlichtheit, Einfachheit 
Ausgefallenes und Verrücktes
Natürlich – technisch, künstlich 

Staatliche Strukturen im Wandel
Gesetze und Normen – Schutz oder Schaden?
Rechte und Pflichten des Individuums

Macht- und Kontrollmechanismen
Autoritätskrise

Rebellion gegen Autorität und Macht
Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft im Wandel
Neuer Umgang mit ethischen Grundsätzen 
Ausbruch aus gewohnten Strukturen
Beziehung und Partnerschaft im Wandel
Neue Modelle der Zusammenarbeit
Gleichberechtigung 

Aufbruch in neue Dimensionen
Neues Bewusstsein
Die Macht des Geistes


Konkrete Themen in der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik

Die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozesse des vergangenen Jahres dürften sich 2010 in beschleunigtem Tempo fortsetzen. Der Kontrast zwischen innovativen, reformfreudigen und konservativen, bewahrenden Kräften wird sich zunächst noch verstärken. In diesem Spannungsfeld kann es zu einem Machtkampf kommen, der die Zerrformen und destruktiven Aspekte beider Pole aktiviert. So dürfte einerseits ein starker Trend hin zum Rückzug auf fundamentalistische Positionen zum Zug kommen, mit dem Anspruch, durch strikte Regeln und rigorose Kontrolle für Ordnung zu sorgen, während andererseits der Geist der Rebellion oder Revolution erstarkt. Heikel wird es dann, wenn die Vertreter der beiden Pole sich stur in ihren Positionen verschanzen, das Gespräch verweigern und versuchen, mit allen zur Verfügung stehenden Mittel ihre Sichtweisen und Anliegen durchzubringen. In diesem Zusammenhang dürfte Überwachung mit modernsten technologischen Mitteln zum Thema werden, ebenso wie ein Hang zu drakonischen Strafen. Andere denkbare Szenarien sind Versuche, den Gegner durch Verweigerung von Ressourcen oder passiven Widerstand zu schwächen, aber auch aktive Eingriffe, um laufende Bemühungen zu sabotieren oder offene Rebellion. Solche Verhaltensweisen dürften in Wirtschaft und Politik zu unschönen Szenen führen. Vor allem in der Zeit bis Ende August könnte es dabei zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen. Es ist durchaus möglich, dass in der Folge bestehende Strukturen zusammenbrechen oder Führungsfiguren stürzen. 

Gleichzeitig besteht auch eine gute Chance, dass in dieser Zeit ein Umdenken stattfindet. Anstelle eines Entweder/Oder könnte ein Sowohl-als-Auch treten. Entsprechend würde die Dringlichkeit von Reformen zunehmend breite Akzeptanz gewinnen, deren Umsetzung jedoch mit Augenmass, Verantwortungsbewusstsein und Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse erfolgen. Wenn die Bereitschaft besteht, partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, die unterschiedlichen Haltungen und Anliegen zu respektieren und gezielt gemeinsame Nenner zu suchen, sind erstaunliche Resultate möglich. So können sich unerwartete neue Allianzen bilden, die sich für ein gemeinsames Ziel engagieren, dabei jedoch die individuellen Unterschiede anerkennen. Erfolg ist überall dort zu erwarten, wo es gelingt, innovative neue Wege zu gehen, ohne dabei die gewachsenen Strukturen zu vernachlässigen. In Bereichen, in denen sich Respekt vor Tradition und Bereitschaft zu kreativer Erneuerung, Disziplin und Inspiration, moderne Technologie, ganzheitliches Wissen und Sinn für die Grenzen des Machbaren verbinden, sind in diesem Jahr eigentliche Quantensprünge möglich. Besonders betroffen von diesen Prozessen sind wirtschaftliche, staatliche und soziale Strukturen sowie der Umgang mit Ressourcen aller Art (natürliche, finanzielle, menschliche, etc.). Neue Erkenntnisse und Entdeckungen in Wissenschaft und Forschung dürften in den Abläufen eine bedeutende Rolle spielen. Der Kontrast zwischen den traditionellen klassischen Wissenschaften und deren Haltung und grenzwissenschaftlichen Betrachtungsweisen dürfte dabei immer wieder zum Thema werden. Auch hier sind Durchbrüche möglich, wenn Kooperation anstelle von Konfrontation tritt.

Ab Mitte Jahr ist mit gänzlich unerwarteten Entwicklungen zu rechnen. Erkenntnisse und Entdeckungen können einen weitreichenden Wandel in Gang setzen, der langfristig eine ganz neue Weltsicht zur Folge hat. Besonders stark betroffen dürften kulturelle, religiöse und spirituelle Systeme sein, aber auch Gesetzgebung, Rechtsprechung, Moral und Ethik stehen in diesem Zusammenhang im Fokus. Grenzüberschreitende Aktivitäten und internationale Organisationen spielen eine wichtige Rolle. Das Spektrum von möglichen Ereignissen ist enorm gross. Versuche, durch aggressives Vorgehen oder Machtspiele egoistische Ziele zu verfolgen, können zu kritischen, vielleicht sogar kriegerischen Situationen führen. Gleichzeitig sind auch aussergewöhnliche diplomatische Erfolge denkbar, mit dem Resultat, dass in dieser Zeit der Samen für eine neue Weltgemeinschaft gelegt werden könnte.

Autoritätsfiguren sind in diesem Jahr besonders gefordert. Sie müssen damit rechnen, dass ihre Führungsstärke getestet, gegen ihre Anordnungen und Vorstellungen rebelliert und ihre Kompetenz und Leistung kritisch hinterfragt werden. Bestehende Schwächen und Schatten werden erbarmungslos aufgedeckt. Jenen, denen es gelingt, in solchen Momenten ruhig, klar und bestimmt zu bleiben und die vorhandenen Probleme anzusprechen, sich in einen konstruktiven Dialog einzulassen, aber gleichzeitig auch Mut, Entscheidungsfreude und Führungsstärke zu beweisen, können in kritischen Situationen zu ungeahnter Grösse finden und zu Leitfiguren einer neuen Welt werden. Gefährlich wird es, wenn persönliche Interessen das Verhalten bestimmen, ebenso wenn es an Kraft und Kompetenz für die nötigen Schritte und Schnitte mangelt und dabei Sündenböcke gesucht und gekreuzigt werden.

Gesellschaftliche Rollenbilder aller Art stehen ebenfalls im Brennpunkt. Alte traditionelle Modelle dürften einen weiteren Aufschwung erleben, da sie in der Zeit des Wandels Sicherheit versprechen. Parallel dazu ist ein Trend vorhanden, mit ganz neuen Modellen zu experimentieren, die alles bisher Gültige in Frage stellen. Im Vordergrund stehen dabei die folgenden Elemente und Punkte: Gleichgewicht der Kräfte (männlich – weiblich, aktiv – passiv, Geben – Nehmen), Selbstverantwortung, Respekt vor individuellen Wegen und Anliegen, Kooperation. Die Begriffe Gemeinschaft, Verbindlichkeit, Vertrauen und Loyalität dürften ebenfalls wichtig sein. Die Wahrung der eigenen Individualität – verbunden mit einer bewussten Entscheidung, sich für eine Sache oder andere einzusetzen, ebenso wie der Bereitschaft, im Rahmen der eigenen Fähigkeiten eine Rolle oder Funktion in der Gemeinschaft einzunehmen und einen Beitrag für das Ganze zu leisten, spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Kontrast ist ein Verhalten zu beobachten, das auf Abhängigkeit, Angst und fehlendem Selbst–Bewusstsein basiert. 


Individuelle Erfahrungen

Auch auf der individuellen Ebene erwartet viele eine turbulente Zeit. Umbruch und Aufbruch ist die Devise. Da die alten Strukturen und Glaubenssätze nicht mehr funktionieren oder gänzlich verschwunden sind, die neuen aber noch keine konkrete Form haben, entsteht ein erhöhtes Gefühl von Unsicherheit und Verletzbarkeit. In diesem Übergangsstadium werden ganz unterschiedliche Kräfte freigesetzt, wobei mit widersprüchlichen, teilweise auch extremen Reaktionen zu rechnen ist. Das Leben dürfte für viele einer Reise auf der Achterbahn gleichen: Höhen und Tiefen, unerwartete Wendungen und immer wieder atemberaubende Momente. Abenteuerliche Gemüter, die all die zu erwarteten Aufregungen sportlich nehmen, diese allenfalls sogar geniessen, dürften sich dabei an den Phasen stossen, in welchen alles nur langsam oder zäh verläuft. Menschen, die sich gewohnt sind, allen Herausforderungen mit Disziplin und Willenskraft zu begegnen, dürften eher Mühe mit den chaotischen Zeiten bekunden, in welchen es unmöglich ist, vorauszusehen, was als nächstes ansteht. In diesen Momenten entgleitet ihnen die Kontrolle, was ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit auslösen kann. Am meisten gefordert dürften jene Menschen sein, die Stabilität und Sicherheit brauchen und einfach in Ruhe und gelassen ihr gewohntes Leben führen möchten. Ihre diesbezüglichen Wünsche werden in dieser Zeit nur sehr sporadisch erfüllt. All jenen, die im Stande sind, den vielen Herausforderungen zu begegnen und die vorhandenen Energien zu nutzen, bieten sich jedoch aussergewöhnliche Gelegenheiten. Es ist möglich, dem eigenen Leben eine ganz neue Richtung zu geben und Dinge zu erreichen, die bisher ausserhalb der eigenen Möglichkeiten schienen. 

Die Konstellationen sorgen für ein inneres und äusseres Spannungsfeld, für Erfahrungen und Impulse, die in sich gesehen widersprüchlich sind. Ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit und Struktur, eine Tendenz, sich an der Vergangenheit und dem Gewohnten zu orientieren, steht im Kontrast zu extrem starken Aufbruchs- und Wandlungskräften. Diese sind klar zukunftsorientiert, streben nach Neuem und suchen das Unbekannte. Die Betonung der Willensseite, gepaart mit einem Drang, alles unter Kontrolle zu haben, sich und andere zu disziplinieren, steht wiederum im Konflikt mit einem ebenso starken Impuls, frei zu sein, aus dem Vorhandenen auszubrechen und alles zurückzulassen, um ganz neu anzufangen. Das starke Bedürfnis nach Verbindlichkeit und Zugehörigkeit, wenn nötig auch auf Kosten persönlicher Anliegen und Freiheiten, steht in Spannung zu dem ebenso nach völliger Ungebundenheit Drängenden, das sich von allen Pflichten und Verantwortlichkeiten lossagt. Pioniergeist, Experimentier- und Entdeckerfreude wiederum stehen im Kontrast zu einer starken Tendenz, sich am Vergangenen festzuklammern, sich auf Altbewährtes zu besinnen oder gar in ganz alte Familienmuster zurückzufallen. 

Es ist auch auf der individuellen Ebene in diesem Jahr kaum möglich, sich auf eine Thematik oder Richtung zu fokussieren. Immer dann, wenn das eigene Verhalten nur einen Pol zum Ausdruck bringt, wird die Umwelt oder das Schicksal für Erfahrungen mit dem anderen sorgen. So müssen Menschen, die in einem Verhalten Sicherheit suchen, das möglichst allen Pflichten nachkommt, die sich strikt an vorhandenen Normen und Regeln orientieren und sich wenig persönlichen Freiraum gönnen, damit rechnen, dass andere ihre Ordnung durcheinanderbringen, dass Ereignisse die ihnen so wichtigen Strukturen und Sicherheiten erschüttern oder gar gänzlich sprengen. Rebellische Gemüter wiederum, die sich gegen jegliche Einschränkungen auflehnen, die am liebsten mit allem, was ist, brechen und neuen, eigenen Wegen folgen möchten, werden immer wieder frustriert feststellen, dass andere sie bevormunden, ihre originellen Einfälle kritisieren oder ihren Impulsen Grenzen setzen. Allenfalls müssen sie für ein Verhalten, das sie selbst als Ausdruck ihrer Kreativität sehen, auch unangenehme Konsequenzen in Kauf nehmen. Am schwierigsten dürften die Konstellationen für all jene sein, die sich in einer kindlichen Erwartungshaltung vom Partner, den Vorgesetzten, dem Staat oder anderen Autoritätsfiguren Unterstützung, Rückendeckung oder Anerkennung erhoffen. Sie werden wohl in den meisten Fällen enttäuscht feststellen, dass die anderen entweder unwillig oder unfähig sind, ihren Ansprüchen zu genügen. Letztlich geht es nun bei jedem Einzelnen darum, die Verantwortung für den eigenen Weg, das eigene Handeln oder Abwarten zu übernehmen und sich mutig einzusetzen, wo es um vitale und grundsätzliche Themen geht. Ebenso sollte man aber auch bereit zu sein, sich von Prinzipien, Gewohnheiten und Mustern zu verabschieden, die nicht mehr stimmig sind oder gar nie dem eigenen Wesen entsprachen.

Jeder Einzelne ist in dieser Zeit aufgefordert, die eigenen Beziehungsmuster zu überprüfen und sich zu fragen, ob in den persönlichen Beziehungen das Gleichgewicht von Geben und Nehmen stimmt. Individuelle Anliegen und Grenzen wollen ebenso ernst genommen werden wie jene des Gegenübers. Es gilt neue Beziehungsmodelle und Arten der Gemeinschaft zu finden und eine Bereitschaft zu Verbindlichkeit zu entwickeln, die nicht von Abhängigkeiten bestimmt wird.

Die beschriebenen Widersprüchlichkeiten werden durch weitere nicht ganz leicht zu handhabende Faktoren ergänzt. So gibt es in diesem Jahr Phasen, während denen zielgerichtetes und zukunftsorientiertes Handeln kaum möglich ist. Entsprechende Anstrengungen verlaufen in diesen Zeiten entweder im Sand oder werden blockiert. Dies gilt insbesondere für die ersten drei Monate des Jahres, aber auch später ist immer wieder mit Situationen und Ereignissen zu rechnen, bei denen der Versuch, aktiv einzugreifen und das Geschehen zu steuern, in Frustration und Hilflosigkeit endet. In solchen Momenten empfiehlt es sich, möglichst gelassen zu bleiben und abzuwarten – in vielen Fällen wird die Zeit für eine unerwartete Lösung sorgen. Umgekehrt ist aber auch mit Zeiten zu rechnen, während denen sich die Ereignisse überstürzen. Dann sind schnelle Entscheidungen, tatkräftiges Engagement und Einsatz gefragt; Zögerlichkeit und Passivität könnten dann zum Problem werden. Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht bereit oder fähig sind, kreativ mitzugestalten oder wenigstens mit der laufenden Entwicklung mitzugehen, können sich in solchen Phasen überrollt und ausgeliefert fühlen. Entsprechend dieser „Stop and Go“-Konstellationen ist es in diesem Jahr besonders wichtig, ein gutes Gespür dafür zu entwickeln, ob nun Aktion oder Abwarten angesagt ist. Mit der rationalen Logik ist diese Aufgabe kaum zu bewältigen; die klaren Signale einer gut funktionierenden Intuition hingegen können in solchen Phasen wahre Wunder bewirken. 

Besonders betroffen von den Konstellationen dieses Jahres sind alle Skorpion-, Steinbock- und Wassermanngeborenen, sowie all jene mit Geburtstag (oder Stellungen) in der ersten Dekade der Zeichen Widder, Krebs und Waage oder in den letzten Tagen (Graden) der Zeichen Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische. Auch Menschen der Jahrgänge 1947/48, 1965-68, 1982 und 1988/89 werden in der einen oder anderen Weise angesprochen. 

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