|
Fische: 19. Februar - 20. März
Zwischenwelten
Herrscher: Neptun
Qualität: veränderliches Wasser
Polarität: Yin
«Ich bin in allem, und alles ist in mir.»
Zen-Spruch
Das astrologische Jahr findet im Zeichen Fische seinen Abschluss.
Die in Kälte erstarrte Natur taut allmählich auf, und die
beginnende Schneeschmelze kündigt den nahenden Frühling an. Gleich
dem Schmelzwasser, welches die Erde aufweicht und erstarrte
Strukturen auflöst, realisiert der Mensch nun, dass alles Irdische,
Materielle, alle Identifikationen und Sicherheiten Illusionen sind,
die zurückgelassen werden müssen, und dass wir letztlich all-ein
sind. Währenddem der Mensch sich im Zeichen Wassermann sowohl als
eigenständiges Individuum als auch als Teil eines grösseren Ganzen
wahrgenommen hat, lösen sich im Fischezeichen nun sämtliche
Abgrenzungen auf. Alles Ichhafte wird als trennend erlebt, und
deshalb steht das Fischezeichen für das Bedürfnis nach
Allverbundenheit und die Auflösung der Individualität. Der Mensch
realisiert, dass er nur ein winziges Teilchen im unendlichen
Universum ist und wir alle demselben Ursprung entstammen und dadurch
schicksalhaft miteinander verbunden sind. Das Fischezeichen taucht
ein in das kollektive Unbewusste. Dies kann, wenn die vorhergehenden
Zeichen ungenügend gelebt und integriert wurden, zur Überforderung
werden, was dann als Verwirrung, Strukturlosigkeit oder
Ausgeliefertsein erlebt wird. Wer nicht gelernt hat zu schwimmen,
ertrinkt.
So schwingt der Mensch im Fischezeichen mit dem ganzen Kosmos mit
und erlebt sich dadurch in der Einheit allen Seins. Dies kann dazu
führen, dass er die Freuden und Leiden der Welt grenzenlos als
seine eigenen erlebt und dadurch zum «Opfer» kosmischer
Strömungen wird – oder aber dies als göttlichen Auftrag sieht,
sich helfend in den Dienst der Menschheit zu stellen. Dahinter steht
letztlich die Sehnsucht und damit die Suche nach dem einst
verlorenen Paradies.
Wenn der Bezug zur Realität dabei verlorengeht, finden wir unter
diesem Zeichen auch den Hang zur mystischen Verklärung, welche
alles Irdische und Ichhafte als Trennung von der göttlichen Quelle
erlebt und daher ablehnt. Das Gegenzeichen Jungfrau beinhaltet daher
wichtige Qualitäten für das Fischezeichen. Nur wenn ich meine
Ichgrenzen wahrnehmen kann, akzeptiere und gelernt habe, damit
verantwortungsbewusst umzugehen, kann ich sie zeitweise bewusst auch
wieder aufgeben, um Allverbundenheit zu erleben. Die
Auseinandersetzung mit der geistigen, spirituellen Welt hat nur dann
einen Sinn, wenn sie auch im alltäglichen Leben eine Bereicherung
darstellt und unsere menschlichen Bedürfnisse und Begrenzungen
nicht missachtet.
«Ein Mönch sagt zu Joshu: ‹Ich bin gerade ins Kloster
eingetreten, bitte lehre mich.› Joshu fragt: ‹Hast du deinen
Reisbrei gegessen?› Der Mönch antwortet:
‹Ja, ich habe ihn gegessen.› Joshu sagt darauf: ‹Dann
geh und wasche deine Essschale aus!›»
Zen-Geschichte
Persönliche Planeten in Fische
Die Stärke der Sonne im Fischezeichen besteht in ihrem
Mitschwingen mit allem, was sie umgibt. Das macht sie geeignet für
alle helfenden Tätigkeiten. Ihre reiche Innenwelt ist ein riesiges
Farbspektrum, das sie auch künstlerisch umsetzen kann. Gleichzeitig
kann diese enorme Durchlässigkeit und Sensibilität aber auch
Schwierigkeiten bereiten, wenn es darum geht, sich in alltägliche
Strukturen und Notwendigkeiten einzugliedern.
Der Mond in Fische ist vergleichbar einem Schwamm, der alles in
sich aufsaugt; er ist stark beeinflussbar von der Aussenwelt.
Dadurch neigt er zu Stimmungsschwankungen, die von
«himmelhochjauchzend» bis «zu Tode betrübt» reichen können.
Rückzug ist für ihn lebensnotwendig, wenn er sich gefühlsmässig
nicht ganz verlieren will. In Traum und Phantasie fühlt er sich
geborgen.
Mit dem Merkur in den Fischen ist Kommunikation etwas, was
durchaus auch nonverbal geschehen kann. Für seinen immensen
Ideenreichtum fehlen ihm bisweilen auch ganz einfach die Worte. Sein
Denken verläuft nicht linear, sondern spiralförmig, und daher sind
seine Äusserungen für andere oft schwer nachvollziehbar.
Andererseits kann gerade er sämtliche Gedankenströmungen aus der
Umgebung aufnehmen und widerspiegeln.
Das Erleben grenzenloser Liebesfähigkeit macht es der Venus in
den Fischen nicht gerade einfach, sich auf eine Beziehung
festzulegen. Ihre Vorstellungen einer idealen Partnerschaft halten
oft der Alltagsrealität nicht stand, und so erlebt sie häufig die
nüchterne Desillusionierung ihrer Wunschvorstellungen, sobald sie
Verbindlichkeiten eingeht.
Mars in den Fischen fühlt sich bezüglich seiner Durchsetzung
und Effektivität eher hilflos, weil er sich seiner Verletzlichkeit
bewusst ist. So entzieht er sich gerne Auseinandersetzungen oder
versucht, auf Umwegen und verschlungenen Pfaden sein Ziel zu
erreichen. Geht es allerdings darum, sich für andere einzusetzen
oder überpersönliche Interessen zu vertreten, so kann er zum
kämpferischen, furchtlosen Robin Hood werden.
Fische à la carte
• Gehen Sie beispielsweise einmal an einem Regentag spazieren,
ohne dass Sie sich durch einen Regenschirm schützen. Wenn Sie sich
dann allmählich nicht mehr vom durchweichten Boden unterscheiden
können, dann befinden Sie sich voll im Reich der Fische!
• Auch das berühmte «Glas zuviel» kann Sie in Stimmungen
versetzen und Wahrnehmungen hervorrufen, die jenseits Ihrer
gewohnten Realität liegen.
• Tauchen ist eine typische Fische-Sportart. Durch die absolute
Stille und das diffuse Licht, welche unter Wasser herrschen, werden
sich Ihnen neue Dimensionen der Wahrnehmung eröffnen.
• In der Kunst bringen Aquarelle und die impressionistische
Malerei die Fischequalität am stärksten zum Ausdruck – aber auch
das Symbolische und Traumhafte in den Bildern eines Marc Chagall.
• Sphärische Klänge sowie Meditations- und Kirchenmusik
führen Sie in die Zwischenwelten, wo sich das Reich der Fische
befindet.
von Brigitte Theler
weitere
Tierkreiszeichen
|