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Wassermann: 21. Januar – 19.
Februar
Freiheit über alles
Herrscher: Uranus
Qualität: fixe Luft
Polarität: Yang
«Heb den Blick, die Sterne sind geblieben!»
Carl Zuckmayer
Die Sonne gewinnt Ende Januar allmählich wieder sichtbar an
Kraft, und das neu begonnene Jahr mobilisiert die Energien. Nach den
dunklen Wintermonaten lassen die nun länger werdenden Tage wieder
neue Hoffnungen aufkeimen. Im gleichen Masse wie sich das
Steinbockzeichen gesellschaftlichen Normen verpflichtet fühlte,
befreit sich der Mensch im Zeichen Wassermann bewusst wieder von
denselben. Auf die Pflicht folgt nun die Kür! Nach der Anpassung an
die Anforderungen der Aussenwelt – der Übernahme von
Verpflichtungen – steht jetzt das Individuum im Zentrum, doch
diesmal nicht wie im Gegenzeichen Löwe zum Zwecke der reinen
Selbstdarstellung, sondern als eigenständiger Teil eines grösseren
Ganzen. Der Mensch befasst sich im Zeichen Wassermann mit seinen
Wünschen und Idealen und leistet seinen individuellen Beitrag für
das Kollektiv. Das letzte Luftzeichen im Tierkreis entwickelt dabei
Visionen, die den Rahmen des Gewohnten sprengen. Dabei interessiert
es die Zukunft weit mehr als die Gegenwart oder die Vergangenheit,
da es sich nicht gerne mit Dingen befasst, die doch nicht mehr zu
ändern sind. Dort, wo es noch gestaltend eingreifen kann, wo es
seine Ideen umsetzen kann, ist sein Fokus hingerichtet. «Freiheit,
Gleichheit, Brüderlichkeit» heisst seine Vision. In der
Vorstellung des Wassermanns ist grundsätzlich das Unmögliche
möglich. Dies bringt ihm zuweilen auch die Kritik ein, weltfremd
und exzentrisch zu sein. Diese Gefahr besteht im Zeichen Wassermann
durchaus, vor allem dann, wenn die saturnische Seite und die
Steinbockqualitäten nicht genügend integriert wurden. Die
Erfahrung, dass Geist Materie braucht, um sich zu manifestieren, ist
für den Wassermann oftmals ein harter Brokken. Doch damit seine
Ideen nicht reine Hirngespinste und utopische Luftschlösser
bleiben, braucht er nebst einer Rückverbindung zur Erde auch die
Qualitäten seines Gegenzeichens Löwe. Beherzt seine Ideale zu
vertreten und sie zum Wohle des grösseren Ganzen auch Gestalt
annehmen zu lassen, ist eine der Aufgaben des Wassermanns. Denn
solange er aus luftigen Höhen über eine bessere, idealere Welt
philosophiert und sich aus Rebellion zugleich von ihr abwendet, wird
seine Rolle die des interessanten Querkopfs bleiben, aber er wird
dadurch niemals wirklich etwas verändern. Wenn es ihm gelingt, Herz
und Verstand in Einklang zu bringen, wird er für sich auch nicht
Freiheiten und Rechte herausnehmen, die er anderen nicht auch
zugesteht.
«Zwei Wege trennten sich im Wald, und ich nahm den, der weniger
ausgetreten war, und das hat den ganzen Unterschied gemacht.»
Robert Frost
Persönliche Planeten im Wassermann
Für die Sonne im Wassermann ist die Zukunft oftmals
interessanter als die Gegenwart. Daher sucht sie sich gerne ein
Betätigungsfeld, wo sie ihre Originalität und ihren Erfinderdrang
ausleben kann. Einengen- de Routine ist für sie unerträglich, und
neue Wege sind allemal gehenswerter als alte, ausgetrampelte Pfade.
Ihr Bedürfnis, sich nirgends durch Regeln und Verpflichtungen ein-
binden zu lassen, bringt ihr bisweilen auch den Ruf der
distanzierten Unverbindlichkeit ein.
Der Mond im Wassermann fühlt sich dann am wohlsten, wenn von ihm
nicht allzu grosses Gefühlsengagement und Leidenschaft erwartet
wird. Vielmehr schätzt er den freundschaftlichen Kontakt und
geistig anregenden Austausch auf partnerschaftlicher Ebene. Sein
Zuhause ist nicht unbedingt seine Geburtsfamilie als vielmehr sein
Freundeskreis im Sinne von Wahlverwandtschaften.
Mit Merkur in diesem Zeichen bekommen die Gedanken oftmals
Flügel und sind damit ihrer Zeit weit voraus. Wenn es ums
Praktische geht, fühlt sich dieser Merkur manchmal recht hilflos,
dafür ist er im Entwickeln von Ideen ein grosser Meister. Seine
geistige Dauertätigkeit macht ihn einerseits zu einem
faszinierenden Unterhalter, andererseits aber auch zu einem
ungeduldigen Zuhörer.
«Keine Beziehung um jeden Preis» – dies könnte als Aussage
durchaus von einer Venus im Zeichen Wassermann stammen – schon gar
nicht sucht sie die konventionelle Dauerbindung. Freundschaft und
Kameradschaft zieht sie einer einengenden, leidenschaftlichen
Partnerschaft vor. Ihr Herz entflammt dort, wo Neues ausprobiert
wird und gesellschaftliches Rollenverhalten kein Thema ist. Falls
sie das nicht haben kann, bleibt sie lieber ungebunden.
Der Mars im Wassermann ist ein vehementer Verfechter seiner Ideen
und Visionen. Er ist der geborene Rebell – er bekämpft alles, was
seinen Gerechtigkeitssinn trifft. Überall dort, wo es gilt, neue
Wege zu gehen oder revolutionäre Ideen zu vertreten, steht der Mars
im Wassermann in vorderster Front; dabei ist sein origineller,
klarer Geist sein Durchsetzungswerkzeug.
Wassermann à la carte
Eigentlich ist der Titel dieser Rubrik schon an sich eine
Ohrfeige für den Wassermann, denn wenn er etwas nicht ausstehen
kann, sind es Verhaltensregeln, durch die er eingeordnet werden
soll. Deshalb sei an dieser Stelle einfach darauf hingewiesen, dass
grundsätzlich jede Handlung, die aus dem alltäglichen Rahmen
fällt, die Neues ausprobiert, die quer in der Landschaft liegt oder
ganz speziell originell ist, wassermännische Qualitäten besitzt
– alles Nachgeahmte, alles Gewohnte und Wiederholte widerspricht
seinem Drang nach Exzentrik und entlockt ihm allenfalls ein
despektierliches Naserümpfen. – Machen Sie doch einfach mal das
Unmögliche möglich! … Der Rest sei nun Ihrer Fantasie
überlassen.
Die Wassermann-Persönlichkeit: Stéphanie von Monaco
Stéphanie Marie Elisabeth de Grimaldi, Prinzessin von Monaco,
kam als drittes Kind von Fürst Rainier III. und der ehemaligen
Filmschauspielerin Grace Kelly in Monaco zur Welt. Ihr
Löweaszendent lässt sich gut mit ihrer fürstlichen Abstammung
vereinbaren, wohingegen die Sonne/Mond-Konjunktion im Wassermann
schon eher Mühe haben dürfte mit der blaublütigen Herkunft. Dass
sie innerhalb der Familie eher aus der Reihe tanzen würde, zeigte
sich denn auch schon sehr früh. So musste Stéphanie mehrmals wegen
Nichtbeachtung der Schulregeln katholische Internatsgymnasien
wechseln. An Kunst und Mode interessiert (Stier am MC!) und von
prominenter Seite ermutigt, diese Begabung auszubauen (Jupiter im
10. Haus), schien ihre Karriere in der Sparte Modedesign
vorgezeichnet, bis der tödliche Autounfall von Fürstin Gracia, den
Stéphanie miterlebte, diese Pläne zunichte machte. Von den
unmittelbaren Unfallfolgen erholte sich die Prinzessin relativ
rasch, die psychische Belastung dagegen dauerte an. Der exzessive
Lebensstil der Folgejahre ist vermutlich darauf zurückzuführen.
Stéphanie versuchte sich als Model, Designerin von Badekollektionen
und schliesslich als Sängerin mit mässigem Erfolg. Immer wieder
geriet sie auch zum Unwillen ihres Vaters wegen diverser Affären in
die Schlagzeilen. Fürst Rainier hätte seine jüngste Tochter
lieber als ehrbare Repräsentantin seines Landes gesehen, welche
öffentlichen Verpflichtungen nachgeht, wie es ihre ältere
Schwester Caroline tat. Völlig schockierte Stéphanie ihre Familie
und die Öffentlichkeit, als bekannt wurde, dass sie von ihrem
Leibwächter ein Kind erwartete. Beachtet man ihre Ballung im
sechsten Haus, wo sich unter anderem auch ihre Venus befindet,
scheint die Verbindung mit einem Bediensteten nicht ungewöhnlich,
zumal dieser in seiner Beschützerfunktion durchaus dem
Sicherheitsbedürfnis der Steinbockvenus entspricht. Sie heiratete
diesen schliesslich auch, und seitdem ist es vorerst einmal still
geworden um die eigenwillige Prinzessin.
von Brigitte Theler
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