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Astro-Wissen
Woher kommt die Astrologie?
Der genaue Ursprung der Astrologie ist bis heute nicht bekannt.
Als Wiege des Himmelswissens galt lange Zeit Mesopotamien, doch wurde
ein noch älterer Tierkreis in Nordwestafrika gefunden, dessen Darstellung
in einem Felsenbild auf ein Alter von über 10000 Jahren hinweist.
Verfolgen aber lässt sich die Geschichte der heutigen Astrologie
ab etwa 4000 v.Chr. von Mesopotamien aus durch die verschiedensten Kulturen.
Gemäss Wilhelm Knappich kann die Kalenderkunde, wie
sie sowohl in Ägypten und China als auch bei den Azteken und Mayas
betrieben wurde, als eine Vorstufe der Astrologie angesehen werden. Angefangen
hat die Kalenderkunde vermutlich damit, dass die Menschen, als sie sesshaft
wurden und das Land bewirtschafteten, anfangen mussten, die Zeit einzuteilen.
Anders als heute aber war damals die Qualität der Zeit untrennbar
mit der reinen Messtechnik verbunden: Wann war es beispielsweise günstig
auszusäen? Kalender konnten aber nur von wenigen Menschen, die über
das nötige Wissen verfügten meist Priester , erstellt
werden. Diese haben die Kalender auch gleich mit den qualitativen Angaben
ausgestattet, wann beispielsweise eine heilige Zeit war oder wann die
Zeit für bestimmte Vorhaben günstig war (ägyptische Tagewählerei).
Einfluss hatte diese Zeitqualität auch auf das Schicksal der Menschen,
die am entsprechenden Tag auf die Welt kamen.
Die babylonischen Sternenbeobachter haben den Lauf der Gestirne
ständig im Zusammenhang mit dem Geschehen auf der Erde betrachtet
und sind davon ausgegangen, dass es sich dabei um göttliche Zeichen
(Omen) handelt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Astrologie rein universeller
Natur, also auf das «Weltgeschehen» ausgerichtet. Erst in
der spätbabylonischen Zeit ab dem 5. Jahrhundert v.Chr. forschten
die Gelehrten nach Gesetzmässigkeiten in den Abläufen am Himmel
und entwickelten die ersten Vorausberechnungen astronomischer Konstellationen.
Dies war zugleich der Beginn der individuellen Geburtsastrologie.
Aus diesem neuen Wissen entwickelten die griechischen Gelehrten
(zirka Mitte des 4. Jahrhunderts v.Chr.) die hellenistische Astrologie
und die individuelle Geburtshoroskopie. Dabei handelte es sich um eine
Mischung zwischen Religion und Wissenschaft.
Weiterentwickelt zu unserer westlichen Form wurde die Astrologie
dann vor allem durch die Römer, obwohl sie zu Beginn (zirka 100 v.Chr.)
noch stark bekämpft wurde. Doch später (zirka 30 v.Chr. bis
100 n.Chr.) wurde die Astrologie sehr bedeutsam und nahm auch Einfluss
auf die Politik, um später unter dem Einfluss der Kirche (Ende des
3. Jahrhunderts) vor allem unter dem heiligen Augustinus (354430)
praktisch wieder ausgelöscht zu werden. Um 500 wurde gar ein
Grossteil der Astrologiebücher verbrannt, und die Astrologen flüchteten
unter Androhung der Todesstrafe nach Persien.
Nach dem Zerfall des römischen Imperiums um zirka 475
führte also die Astrologie in unseren Breitengraden ein ziemliches
Schattendasein und kam erst mit den Arabern über Spanien und Sizilien
wieder ins christliche Abendland, um dann zwischen 1450 und 1650 im Zeitalter
der Renaissance ihre Blütezeit zu erleben. Während dieser Epoche
wurde die Astrologie an vielen Universitäten gelehrt und war von
Herrschern sowie Kirchenleuten anerkannt. Diese Zeit hat für die
Astrologie so berühmte und wichtige Männer hervorgebracht wie
Paracelsus, Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Astrologie durch
das neue naturwissenschaftliche Denken abgelöst und als Aberglaube
abgetan. Erst seit dem 20. Jahrhundert gewinnt sie in Form einer symbolischen
Astrologie langsam wieder an Boden, doch ist sie noch weit davon entfernt,
als Wissenschaft anerkannt zu werden.
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