Ihren schlechten Ruf verdankt die Astrologie vor allem ihrer
einzigartigen Möglichkeit, Aussagen über die Zeitqualität machen zu können
und zwar für einen beliebigen Zeitpunkt, egal ob in der Vergangenheit,
Gegenwart oder Zukunft. Dabei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass
die Angaben des Himmels symbolischer Art sind, welche interpretiert werden
müssen. Dies bedeutet, dass es nicht möglich ist, zuverlässige konkrete
Aussagen über einen bestimmten Zeitpunkt zu machen, sondern nur Tendenzen,
eben die Zeitqualität, zu beschreiben (siehe auch «Was kann die Astrologie?»).
Trotzdem verleitet die Möglichkeit, zeitliche Einflüsse
zu untersuchen, immer wieder Astrologen dazu, konkrete Prognosen zu machen
und im Laien falsche Erwartungen in bezug auf die Möglichkeiten der Astrologie
zu wecken. Vorausgesagte Ereignisse mundaner Art findet man zu jedem Jahresende
in diversen Zeitungen und Zeitschriften, in denen jeweils beschrieben
wird, welche Katastrophen wir im kommenden Jahr zu erwarten haben oder
wie sich ein Land wirtschaftlich entwickeln wird. Auf der persönlichen
Ebene entspricht dies der Aussage des Astrologen, welcher seinem Klienten
ganz genau sagt, was die Zukunft bringen wird, beispielsweise eine Trennung,
einen Unfall oder auch einen Geldgewinn. Da solche konkreten Deutungen
nicht haltbar sind (und meiner Meinung nach auch wenig hilfreich, wenn
nicht gar gefährlich), ergeben sich dadurch häufig Fehlprognosen, was
viele Menschen zur Schlussfolgerung veranlasst, dass Astrologie nicht
funktioniert und auf Aberglaube beruht.
Zur Technik der Prognose kann man sich vorstellen, dass
sich die Himmelssituation ja ständig verändert und sich unser persönliches
Geburtsbild in einem immer neuen Bezug zur aktuellen Konstellation befindet.
Somit werden wir auf die momentane Konstellation entsprechend reagieren.
Diese Methode der Transite ist eine wesentliche, aber nicht die einzige
Möglichkeit der astrologischen Prognose, und wir können aufgrund der Komplexität
des Gebiets in diesem Rahmen nicht weiter darauf eingehen.