Astrologischer Finanzbericht - von Raymond Merriman
 

Finanzbericht für die Woche vom 03. 05. 2021

Rückblick und Vorschau

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Zeitraum Januar bis März saisonbereinigt um 6,4%. Damit blieb die größte Volkswirtschaft der Welt nur noch 1% von ihrem Hoch von Ende 2019 entfernt, bevor die Corona-Pandemie die USA traf." – Josh Mitchell, "U.S. Economy Bounces Back Near Its Peak", Wall Street Journal, 30. April 2021.

Das reale BIP stieg von Januar bis März um 6,4%, da die Impfstoffe ausgeliefert wurden, der staatliche Lockdown gelockert wurde und die Amerikaner die Zahlungen aus dem Konjunkturprogramm vom Dezember ausgaben. Die Flut an staatlichen Zuwendungen hat die Erholung behindert, da sie den Anreiz erhöht, nicht zu arbeiten. Arbeitgeber im ganzen Land sagen, dass sie aufgrund der angehobenen wöchentlichen Arbeitslosenunterstützung von 300 Dollar, die erst im September ausläuft, keine Arbeiter finden. Fast die Hälfte der Arbeitslosen kann auf der Couch so viel verdienen wie in einem Job. –"The Post-Pandemic Boom: Biden Inherited a Very Strong Recovery, Not a House 'On Fire', " Wall Street Journal, Meinungsseite, 30. April 2021.

Es war eine seltsame und chaotische Woche für die globalen Finanzmärkte, geprägt von plötzlichen, scharfen, aber kurzlebigen Umschwüngen – ungefähr das, was man erwarten würde, wenn man bedenkt, dass Uranus vom 22. bis 30. April in Konjunktion mit Merkur, Venus und der Sonne im Stier stand. Perioden, die von Uranus dominiert sind, enthalten gewöhnlich Überraschungen und abrupte Veränderungen.

Wieder einmal waren die globalen Aktienmärkte in einem Zeitfenster mit starken geokosmischen kritischen Umschwungdaten von Intermarkt-Divergenzen geprägt. Das derzeit stark betonte Zeitfenster der geokosmischen Signaturen erstreckt sich vom 9. April bis zum 8. Mai.

In den USA erreichten sowohl der S&P als auch der NASDAQ in der vergangenen Woche, am Donnerstag, den 29. April, neue Allzeithochs, der DJIA jedoch nicht. Sein Allzeithoch vom 16. April bei 34.256 bleibt intakt. Solange alle drei Indizes nicht in der gleichen Woche neue Allzeithochs markieren, bleibt eine bärische Intermarkt-Divergenz bestehen. Trotz dieser Divergenz haben die US-Märkte nicht sehr stark nachgegeben. Der DJIA z.B. findet weiterhin Unterstützung oberhalb von 33.700, nur 500 Punkte unter seinem Allzeithoch.

In Europa markierte der niederländische AEX am 29. April ebenfalls ein neues Allzeithoch, aber ohne die anderen europäischen Indizes. Das Allzeithoch des DAX vom 19. April ist noch intakt. Am gleichen Tag erreichten der Londoner FTSE und der Zürcher SMI ihre Jahreshochs. Somit bestehen auch in Europa bärische Intermarkt-Divergenzen, bis alle vier in der gleichen Woche neue Jahreshochs erreichen.

Im Fernen Osten verzeichnete allein der australische ASX in der vergangenen Woche sein Allzeithoch, als er am Donnerstag, den 29. April, 7358 erreichte, den gleichen Kurs wie am 19. April. Der chinesische Shanghai Composite und der Hang Seng in Hongkong erreichten neue Monatstiefs und bleiben deutlich unter ihren Jahreshochs. In Indien und Japan halten der NIFTY und der Nikkei immer noch ihr Allzeit- bzw. Mehrjahreshoch vom 16. Februar. Das ist wichtig, weil das nur ein Tag vor dem ersten Durchgang des mächtigen abnehmenden Saturn/Uranus-Quadrats war.

Mehrere andere Finanzmärkte wiesen letzte Woche ebenfalls bemerkenswerte Kursbewegungen auf. Bitcoin fiel um 27,5% von seinem Allzeithoch vom 14. April bei 64.900 auf das Tief der letzten Woche vom 26. April bei 47.000. Dann begann Bitcoin, typisch für Uranus, eine weitere Rallye und stieg bis Freitag um über 10.000. Der Euro stieg am Donnerstag, den 29. April auf 1,2161, den höchsten Stand seit 9 Wochen. Aber am Freitag, den 30. April, unter der Sonne/Uranus-Konjunktion, erlitt er einen starken Rückgang. Rohöl stieg am 29. April auf 65,47 und näherte sich damit seinem Jahreshoch vom 8. März bei 67,98. Metalle handelten relativ ruhig, aber Getreide war spektakulär, was die Energie des Ausbruchs von Uranus im landwirtschaftlichen Zeichen Stier (sowie in Konjunktion mit Merkur und Venus) widerspiegelt. Sojabohnen schossen auf 1608 und näherten sich damit ihrem Allzeithoch vom September 2012 bei 1794. Mais kletterte auf 746, den höchsten Kurs seit Juli 2013. Weizen explodierte ebenfalls und erreichte mit 773 den höchsten Stand seit Februar 2013. Diese Aktivität wurde in den „Voraussagen für 2021“ genau beschrieben und wird in unserem speziellen Webinar vom 22. Mai nochmals diskutiert. Wir erwarten dazu wieder ein volles Haus. Mehr Informationen und Anmeldung unter: www.mmacycles.com/product-category/webinars/

Kurzfristige geokosmische Signaturen und längerfristige Gedanken

Als Lawrence Summers in den letzten Wochen die neue Wirtschaftspolitik der Biden-Regierung als die verantwortungsloseste in 40 Jahren kritisierte, hätte man erwarten können, dass die Warnung die Demokraten aufrütteln würde. Stattdessen wurde Summers von seinen demokratischen Parteifreunden weitgehend abgelehnt. Die Progressiven machten ihn auf Twitter nieder, nachdem er gewarnt hatte, das 1,9-Billionen-Dollar-Konjunkturprogramm der neuen Regierung könnte die Wirtschaft überstimulieren und eine Inflation auslösen... Hinter dem Drama ist der Widerstand der Partei gegen Summers' Aufruf zur Mäßigung ein Zeichen dafür, dass eine Fackel im wirtschaftlichen Denken und in der Wirtschaftspolitik weitergereicht wird. – Jon Hilsenrath, "Behind Biden's Big Spending Plans, the Waning Sway of Economic Caution", Dow Jones and Company, 29. April 2021.

Die rekordverdächtige Entwicklung des Aktienmarktes bis April 2021 ist ein Beispiel dafür, wie planetare Aspekte mit den äußeren Bedingungen in der Welt korrelieren, aber nicht unbedingt oder direkt mit den Aktienkursen. 

Die stärkste geokosmische Signatur des Jahres 2021 ist das abnehmende Saturn/Uranus-Quadrat. In der klassischen Astrologie ist das Quadrat – insbesondere das abnehmende Quadrat – wohl der schwierigste aller Aspekte, wenn er reibungslos durchlaufen werden soll. Uranus deutet auf neue und große Veränderungen in der Gesellschaft hin, während sich Saturn Veränderungen entgegenstellt. Saturn möchte bei dem Bewährten, Traditionellen und Bekannten bleiben. Es ist das Spiel zwischen Bereitschaft zum Risiko und dem Drang nach Sicherheit im Vertrauten. Für manche bedeutet dies, dass die Zukunft (Uranus) von der Geschichte (Saturn) als Geisel gehalten wird, und sie muss um jeden Preis befreit werden. In diesem Fall sind die Kosten beispiellos, und sie führen die Welt in eine kühne, spannende, aber unbekannte Zukunft.

Diese Zukunft wird aber auch durch die Neue Ära des synodischen Jupiter/Saturn-Zyklus in den Luftzeichen während der nächsten 140 Jahre repräsentiert. Das heißt, nachdem Jupiter und Saturn ihre Konjunktion in den letzten 200 Jahre zumeist in dn Erdzeichen gebildet haben, die für Umsicht, Pragmatismus und Tradition stehen, beginnt nun eine 140-jährige Periode dieser Konjunktionen in den Luftzeichen. Im Gegensatz zur Erde legen die Luftzeichen großen Wert auf originelle theoretische, intellektuelle und abstrakte Konzepte. Sie können kühn sein, aber auch ziemlich arrogant und risikofreudig wirken im Vergleich zu den Traditionalisten, die das Erdprinzip repräsentiert. 

Werden die neuen Konzepte der "Modern Monetary Theory" (MMT), die heute plötzlich en vogue sind, funktionieren? Keiner weiß es. Aber wir werden es bald herausfinden, da auch sie unter dem abnehmenden Saturn/Uranus-Quadrat aggressiv umgesetzt werden. 

Wir sehen heute einen erbitterten Kampf dieser beiden Kräfte. Eine neue Weltordnung entsteht, und nirgendwo ist sie offensichtlicher als auf dem Gebiet der Politik und unter den "Neo-Keynesianischen Ökonomen", die eifrig und bereitwillig gewaltige Ideen ausprobieren, die in der Vergangenheit erfolglos waren. Sie haben wenig Angst vor dem Scheitern oder irgendwelchen "unbeabsichtigten Folgen", die durch unbegrenzte staatliche Kreditaufnahme ausgelöst werden. Außerdem glauben sie, dass sie, solange der US-Dollar die weltweite Standardwährung ist und das FED so viel drucken und ausgeben kann, wie es will (weil die USA niemals in Verzug geraten werden, solange ihre Zentralbank Geld drucken und Schulden monetarisieren kann), ohne dass dies negative Konsequenzen nach sich zieht. Was auch stimmen mag – bis die Inflation eindeutig zurückkehrt. Aber wer erinnert sich noch daran oder interessiert sich dafür, wie das vor 40 Jahren war? Diese "alte Geschichte" darf unsere Zukunft nicht länger als Geisel halten. 

Oder wird sie das? Mit Saturn (Geschichte) im Quadrat zu Uranus (riskant und kühn) werden wir das bald herausfinden.

In der Zwischenzeit bezieht sich das Saturn/Uranus-Quadrat eindeutig auf diesen Kampf zwischen der Vergangenheit (Erde und Saturn) und den neuen intellektuellen Ideologien einer hellen und kühnen Zukunft (Luft und Uranus). Bisher hat dieses Quadrat nicht zu einem Absturz der globalen Aktienmärkte geführt, was eine klassische Interpretation dieser Planeten wäre. Stattdessen steigen die Aktienmärkte weiter auf neue Allzeit- und Mehrjahreshochs, da immer mehr "Neo-Keynesianische" Wirtschaftspolitik und Politik zu immer mehr Stimulierung, Ausgaben und Schulden führen. Es ist, als ob diese "Neo-Keynesianer" glauben, dass die Rückzahlung der Schulden kein Problem sei, denn das FED kann einfach mehr Geld drucken. Die USA können niemals in Verzug geraten oder pleitegehen, solange das FED immer noch den US-Dollar drucken kann, die internationale Standardwährung. Aber wenn das kein Problem im Sinne der MMT ist, warum dann das Beharren auf höheren Steuern? Ist der Zweck der höheren Steuern mit etwas Anderem verbunden? Etwas Politischem? Etwas Persönlichem? Etwas, das mit der "alten Geschichte" zu tun hat?

Das Problem ist, wie der Wirtschaftswissenschaftler Larry Summers warnt: "Die Gesetze der ökonomischen Arithmetik gelten immer noch." Mit anderen Worten, die Ausgaben müssen bezahlt werden, und es gibt kein kostenloses Mittagessen, auch nicht mit finanztechnisch erzeugten Nullzinsen, die von der Instanz geschaffen wurden, die die Macht hat, die internationale Standard-Fiat-Währung nach Belieben zu drucken – vorerst noch. 

Genießen Sie die Fahrt, solange sie anhält, aber denken Sie daran, dass nicht nur die Gesetze der wirtschaftlichen Arithmetik noch gelten, sondern auch die der Schwerkraft.

MMA Cycles Report: Aktien- und Rohstoffmärkte

Abonnements: 1 Jahr Fr. 420.– / € 380.–, 4 Monate Fr. 160.– / € 145.– oder 2 Monate Fr. 85.– / € 75.–
Der deutschsprachige Börsenbrief von Raymond Merriman bietet einen einzigartigen langfristigen Ausblick auf die folgenden Märkte: den DJIA (Dow Jones Industrial Average), den SMI (Swiss Market Index), den DAX (Deutscher Aktien-Index), Gold und Silber, Währungen sowie Rohöl.
Der MMA Cycles Report auf Deutsch erscheint einmal pro Monat und umfasst 25–30 Seiten (inklusive 12–15 Charts).
Der Versand erfolgt nur per E-Mail.

Weitere Informationen / Bestellen

"Voraussagen für 2021"

Die jährlichen Voraussagen, die seit 1976 von Raymond A. Merriman verfasst werden, bieten einen einzigartigen, präzisen Ausblick auf das jeweils kommende Jahr. Unter Anwendung von Zyklenforschung und mit Hilfe geokosmischer Faktoren werden in diesen jährlichen "Voraussagen" die politischen, wirtschaftlichen und finanzmarktrelevanten Trends für wichtige Länder und Märkte prognostiziert.

Weitere Informationen / Vorbestellen