Eine besondere Sonnenfinsternis

Der Löwe-Neumond vom 12. August

von Alexandra Klinghammer

 

Am Mittwoch, den 12. August, ereignet sich um 19.36 Uhr (MESZ) der nächste Neumond und zwar im Zeichen Löwe. Bei diesem Neumond handelt es zugleich um eine Sonnenfinsternis. In Spanien, Portugal und Russland sowie auf Island und Grönland verdunkelt sich die Sonne dabei komplett. An diesen Orten wird entsprechend eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein. Seit der Jahrhundertfinsternis von 1999, auch bekannt als Nostradamus-Eklipse, ist es nach 27 Jahren das erste Mal, dass es auf dem europäischen Kontinent wieder zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. In Mitteleuropa erleben wir zwar keine vollständige Verfinsterung unseres Zentralgestirns durch den Mond, der sich zum Zeitpunkt der Finsternis vor die Sonnenscheibe schiebt. Dennoch beträgt der Bedeckungsgrad in unseren Breiten noch beachtenswerte 80 bis 90 Prozent, sodass eine partielle Sonnenfinsternis entsteht. In Deutschland und Österreich wird die Sonne zwischen 80 und 90 Prozent verdeckt. In der Schweiz sind es sogar zwischen 90 und 93 Prozent, sodass die Sonne nur noch als schmale Sichel erkennbar sein wird.

Im Folgenden möchte ich mit Ihnen einige grundlegende Gedanken zum Phänomen einer Sonnenfinsternis teilen, bevor ich mich anschliessend der astrologischen Qualität der Eklipse widme. Dabei versuche ich herauszuschälen, wie wir im persönlichen Leben mit der intensiven Energie dieser Finsternis umgehen können. Zunächst lassen Sie uns jedoch einen Blick auf die Konstellationen des Neumondes im Einzelnen werfen. Da das Neumondhoroskop eine grosse Fülle an Aspekten aufweist, werde ich lediglich die wichtigsten erwähnen. 
 

Die Konstellationen des Neumondes


Neumond vom 12. August 2026
12.08.2026 19:36 LT, 17:36 GT
Zürich, CH (47N23, 08E32)

 

Beim kommenden Neumond (Sonnenfinsternis) stehen Sonne und Mond auf 20 Grad Löwe und machen ein Trigon zu Saturn auf 15 Grad Widder sowie ein Halbquadrat zur Venus auf 6 Grad Waage und ein Anderthalbquadrat zum Neptun auf 4 Grad Widder. Im Löwe-Zeichen befinden sich zudem Merkur (5 Grad Löwe) und Jupiter (10 Grad Löwe), die in Konjunktion zueinanderstehen und eine Opposition zu Pluto auf 4 Grad Wassermann bilden. Diese Opposition wird umrahmt von harmonischen Aspekten, die zu einer Drachenfigur mit einem grossen Luft-Trigon zwischen Venus, Uranus (5 Grad Zwillinge) und Pluto sowie zwei Sextilen zwischen Venus und Merkur einerseits und Uranus und Merkur andererseits führt. Gleichzeitig - und das ist eine der Besonderheiten dieser Finsternis - konstelliert sich im Neumondhoroskop noch eine zweite Drachenfigur. Die Mitte dieser zweiten Drachenfigur wird durch die Opposition zwischen Venus und Neptun gebildet. Diese ist ebenfalls umrahmt vom grossen Luft-Trigon zwischen Venus, Uranus und Pluto sowie den beiden Sextilen zwischen Uranus und Neptun einerseits und Pluto und Neptun andererseits. Des Weiteren weist das Neumondhoroskop noch eine dritte markante Aspektfigur auf. So kommt es zwischen Venus, Mars und Neptun zu einem Leistungsdreieck, indem Venus und Neptun jeweils ein Quadrat zu Mars auf 1 Grad Krebs machen.
 

Haben Finsternisse einen Sinn?

Wenn sich zu Neumond Sonne und Mond am Himmel begegnen, was alle neunundzwanzigeinhalb Tage der Fall ist, beginnt ein neuer Zyklus, bei dem ein Impuls freigesetzt wird, der sich im Laufe des Zyklus entfaltet und Form annimmt. Neumonde eignen sich gut dazu, sich auf das Zukünftige einzuschwingen und bewusst einen geistigen Samen zu setzen, für das, was im eigenen Leben gedeihen und Früchte tragen soll. Je mehr unsere Intention dabei in Einklang steht mit der Qualität der Zeit, desto besser und leichter lässt sich diese realisieren.

Handelt es sich, wie beim jetzigen Neumond, jedoch um eine Sonnenfinsternis, gestalten sich die Dinge etwas anders. Finsternisse schwächen eher Lebens- und Wachstumsprozesse als dass sie sie unterstützen. Die im Jahre 2012 verstorbene Pflanzenforscherin Maria Thun, die über viele Jahrzehnte hinweg die Wirkung kosmischer Phänomene auf das Wachstum von Pflanzen ergründete, machte einmal eine interessante Beobachtung. Sie pflanzte zum Zeitpunkt einer Sonnenfinsternis Samen in die Erde. Das Resultat war, dass die Keimlinge nicht gediehen, sondern abstarben. Finsternisse, so mag man aus diesem Experiment schliessen, scheinen so etwas wie eine antibiotische Wirkung (antibios: gegen das Leben) zu besitzen, indem sie die Entfaltung der Lebenskraft hemmen. Doch welchen Sinn sollte dies haben? Immerhin erleben wir regelmässig zwei Mal, manchmal auch drei Mal pro Jahr eine Sonnenfinsternis. Liegt dem Phänomen womöglich eine tiefere Bedeutung zugrunde? Darüber lässt sich nur spekulieren. Eine Sonnenfinsternis ist ein kosmisches Wunder. Dass sich der Mond exakt vor die Sonnenscheibe schieben und sie komplett verdecken kann, ist nur möglich, weil aus Sicht der Erde die Bewegung und die Grössenverhältnisse von Sonne und Mond perfekt aufeinander abgestimmt sind. Kann das Zufall sein?

Vielleicht, so habe ich es mir schon manches Mal gedacht, geht die Erde während einer Finsternis durch eine Art Reinigungsprozess, indem ihr energetisches Feld von Verschmutzungen und Kontaminationen gesäubert wird. Könnten wir und alle anderen Wesen dieser Erde, einschliesslich der feinstofflichen, möglicherweise gar nicht auf diesem Planeten existieren, wenn die Aura der Erde nicht regelmässig vom Gift unserer negativen Gedanken und Emotionen gereinigt würde? Vielleicht handelt es sich bei einer Finsternis um einen solchen transformatorischen, plutonischen (antibiotischen) Prozess, der notwendig ist, damit Leben immer wieder aufs Neue möglich wird. 
 

Licht- und Schattenseiten von Finsternissen

Von plutonischer Qualität sind Sonnenfinsternisse allemal. So bringen sie nicht selten aufwühlende und herausfordernde Ereignisse mit sich. Und immer wieder geht es dabei um das Thema des Loslassens. So eignen sich Sonnenfinsternisperioden besonders gut dazu, sich von dem, was sich überlebt hat, nicht im Fluss ist, einen blockiert oder Leiden verursacht, zu verabschieden. Dies in Liebe und Dankbarkeit zu tun, wirkt befreiend und heilsam und entspricht gleichzeitig sehr gut der Qualität dieser Finsternis. Eine andere Möglichkeit ist das Ausmisten und Entrümpeln, das zu einem kraftvollen Erlebnis werden kann.

Eindrücklich ist des Weiteren, dass es unter dem Eindruck einer Finsternis zu Erfolgen oder Durchbrüchen kommen kann. Manche Menschen wachsen regelrecht über sich hinaus, wenn eine Sonnenfinsternis auf der Sonne ihres Geburtshoroskops stattfindet. Meist bringen Finsternisse jedoch eher ambivalente Erfahrungen mit sich. Es zeigen sich sowohl Licht- wie Schattenseiten. Dabei können die Ereignisse im kausalen Verhältnis zueinanderstehen, müssen es aber nicht. Ein aktuelles mundanes Beispiel mag dies verdeutlichen. So wurde Spanien kürzlich Fussballweltmeister. Ein Anlass für grosse Freude im Land und nationalen Stolz. (Die Sonnenfinsternis findet im stolzen Löwen statt und wird auf der iberischen Halbinsel total ausfallen.) Kurz nach dem sportlichen Triumph dann jedoch der Schock und die grosse Betroffenheit aufgrund der massiven Waldbrände. 
 

Welche Entwicklung wird durch die Sonnenfinsternis angeregt?

So viel zu der allgemeinen Bedeutung von Sonnenfinsternissen. Wenden wir uns nun der Qualität der aktuellen Eklipse zu. Wie wir im Kapitel über die Konstellationen des Neumondes gesehen haben, weist das Neumondhoroskop zwei Drachenfiguren auf. Drachenfiguren bergen ein grosses Potenzial in sich. Vorausgesetzt man findet für die Opposition in der Mitte der Figur eine konstruktive Ausdrucksform. Die Opposition im Innern der Figur wirkt wie ein ständiger Unruheherd, wie ein stetiger Stachel, der im besten Fall zur Entwicklung anregt. Doch was will hier entwickelt werden? Betrachten wir zunächst die Drachenfigur, durch deren Mitte die Venus/Neptun-Opposition auf der Achse Waage/Widder läuft. Ich würde sagen, dass die Venus das Thema, um das es bei dieser Figur geht, vorgibt. Denn sie steht stark positioniert in ihrem eigenen Zeichen Waage.

Die Waage-Venus repräsentiert Liebe und Beziehungen. Weitere Entsprechungen sind Ästhetik, Schönheit, Harmonie und Kunst. Aufgrund ihrer Verbindung zu Neptun geht es nun darum, diese Themen auf eine feine und feinfühlige Art zum Ausdruck zu bringen. Man ist in der Lage, Subtilitäten wahrzunehmen, Hintergründiges und Verborgenes zu erspüren sowie zwischen den Zeilen zu lesen. Allerdings öffnet dies im Zwischenmenschlichen, wenn man nicht Acht gibt, schnell einmal Tür und Tor für Missverständnisse, Unklarheiten und Mehrdeutigkeiten. Wichtig ist es daher, sich zu vergewissern, was wahr und stimmig ist. Sich die Frage zu stellen, "Wie steht es um die Dinge tatsächlich?", bewahrt einen vor Enttäuschungen und Desillusionierungen, denn es besteht eine Tendenz zu Projektionen und unrealistischen Vorstellungen. Andererseits ist dies aber auch eine Zeit, in der Begegnungen durch viel Empathie, Verständnis und Mitgefühl bereichert werden. Neptun stellt die höhere Oktave der Venus dar. Er symbolisiert die Liebe in ihrer umfassendsten, reinsten und grossherzigsten Form. Als Zielplanet der Drachenfigur stellt er die Eigenschaften und Qualitäten dar, die es im sozialen Miteinander und in unseren Beziehungen nun zu entfalten gilt.
  

Heilsame Verbundenheit

Stehen Venus und Neptun in Verbindung zueinander, wollen wir Beziehungen erfahren, die tief in uns etwas zum Schwingen bringen, die in uns ein Gefühl des Verstanden- und Erkannt-Werdens erzeugen. Wir sehnen uns nach Begegnungen, die unsere Seele nähren. Damit eine solche Begegnung stattfinden kann, ist allerdings eine bestimmte Haltung nötig. Die Paartherapeutin Hedy Schleifer hat einen Ansatz entwickelt, der zeigt, wie dies möglich ist. Nach ihrer Auffassung gibt es drei unsichtbare Verbinder, durch die eine Beziehung lebt und zum Ausdruck kommt: Der Raum zwischen zwei Menschen, die Brücke, die beide Welten miteinander verbindet, sowie die Begegnung als solche. Wer sich näher für ihren Ansatz interessiert, sei auf ihren Vortrag Die Kraft der Verbindung hingewiesen. Ich habe über ihren Ansatz ebenfalls am letzten Heilmeditationsabend gesprochen. Von diesem Vortrag gibt es ein Audio.

Ich gehe auf ihren Ansatz an dieser Stelle kurz ein: Hedy Schleifer ist der Überzeugung, dass zwei Menschen einen gemeinsamen Raum erschaffen. Die Idee geht auf den Religionsphilosophen Martin Buber zurück. Heute würde man vielleicht von einem energetischen Raum sprechen, den zwei Menschen durch ihr verbales und nonverbales Verhalten kreieren. Wenn man sich dieses Raumes nicht bewusst ist, wird er unwillkürlich emotional verschmutzt. Mit der Folge, dass man sich je länger je mehr voneinander wegbewegt und unverbunden fühlt. Wird dieser Raum dagegen durch achtsames Sprechen, liebevolles Handeln und Empathie positiv aufgeladen, wird er zu einem Ort, an dem wahre Begegnung möglich wird. 
 

Eine den Frieden fördernde Kommunikation 

Dies führt uns zur zweiten Drachenfigur des Neumondes mit der Opposition zwischen Merkur/Jupiter und Pluto in der Mitte der Figur. An der Spitze der Figur stehen Merkur und Jupiter. Entsprechend geht es darum, Toleranz für andere Meinungen, Ansichten und Weltbilder aufzubringen und einen offenen, wohlwollenden und grosszügigen Kommunikationsstil zu pflegen. Wenn dies gelingt, können im Austausch neue Perspektiven und ein tieferes und umfassenderes Verständnis über eine Angelegenheit, ein Ereignis oder eine Erfahrung gewonnen werden, die einen bewusstseinsmässig auf eine neue Entwicklungsstufe heben. Möglicherweise eröffnet sich einem zudem der Zugang zu etwas, das lange in einem geschlummert hat. Oder etwas, das noch verdeckt war, weil man es bislang nicht erkennen konnte oder sehen wollte, kommt zum Vorschein. 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die beiden Drachenfiguren uns den Weg zeigen, damit Frieden geschehen kann. Dazu braucht es die Bereitschaft, die Welt des anderen mit seinen Augen zu sehen, vorurteilsfreie Kommunikation und ein offenes Herz. Im Kleinen wie im Grossen. Vielleicht zeigt uns der Kosmos mit dieser Finsternis, wie wichtig diese Eigenschaften in der jetzigen Zeit sind, in der Zwist, Streit, Cancel Culture, Hass und Krieg überhandnehmen. Pflegen und beachten wir diese Werte nicht, mögen sich die Gräben unter dieser Eklipse noch mehr vertiefen. Denn neben den vielen harmonischen Aspekten, die diese Finsternis besitzt, weist sie zugleich genügend Spannungspotenzial auf, um sich über das gesprochene Wort wie über Taten zu verletzen. Mögen wir zum Wohle aller Wesen den ersten Weg beschreiten.


Ich wünsche Ihnen für den kommenden Sonne/Mond-Zyklus alles Gute und dass Sie sein Potenzial auf beste Weise nutzen können.
 

Alles Liebe und Gute für Sie
Ihre
Alexandra Klinghammer 
 


 

Veranstaltungstipps:

Vorankündigung nächste Heilmeditation
Wir verbinden uns mit der göttlichen Quelle und ihrer heilenden Kraft.

Datum/Zeit: Dienstag, 8. September 2026, 19.00-20.15 Uhr

Zugang zur Veranstaltung
 

Kosmische Abende im 2. Halbjahr 2026
Das nächste am 18. August zum Eintritt des Mondknoten in den Wassermann

Daten: 18.8. / 2.10. / 26.10. / 21.12. 2026
Preise: Alle Abende: Fr. 98.- / € 98.-; Abende einzeln: Fr. 36.- / € 36.-

Weitere Informationen und Anmeldung
 

Vortrag: Die Sonnen- und Mondfinsternis vom August 2026

Datum/Zeit: Mittwoch, 12. August 2026, 19.30-21.00 Uhr
Preis: Fr. 40- / € 40.- (Gratis für Astrologie Heute-Abonnenten)

Weitere Informationen und Anmeldung
 

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