Von Verena Bachmann
Stichworte der Woche: Unerwartete Wende; Schwächen werden deutlich; hoffnungsvolle Aussichten; Visionen werden wahr sowie Schmerzen und Versagen deutlich – was ist Wirklichkeit, was Täuschung?
Diese Woche steht unter dem Motto: ‚Alles ist anders als man denkt’. Wunsch, Idealbild und Wirklichkeit sind kaum auseinanderzuhalten, innere Ängste von realen äusseren Bedrohungen schwer zu unterscheiden. Auch in dieser Woche hat vieles, was nun geschieht, seine Wurzeln in der Vergangenheit. Alte Wunden, Verletzungen und Versagensängste machen sich bemerkbar. Ansprüche und Erwartungen an sich selbst und andere basieren auf alten, teilweise überholten Idealbildern oder Wunschvorstellungen und vernebeln einen klaren Blick. Entsprechend gross ist die Enttäuschungsbereitschaft. Schnell entsteht der Eindruck, betrogen oder belogen zu werden – was teilweise wahr sein mag, aber auch mit unrealistischen Hoffnungen zu tun haben kann. Dazu gesellt sich eine steigende Unruhe, Empfindlichkeit und Nervosität. Entsprechend ist immer wieder mit Überreaktionen zu rechnen, ebenso mit Fehlleistungen und Verhaltensweisen, die der Realität nicht wirklich gerecht werden.
Gleichzeitig ist in diesen Tagen die Sehnsucht nach strahlenden Helden und Idolen gross. Menschen in der Rolle des väterlichen Retters, des Heilers oder Friedenbringers erhalten viel Jubel und Bewunderung. Dabei besteht die Gefahr, dass ihre ganz normalen menschlichen Schwächen zunächst übersehen werden. Wenn solche Figuren hingegen den hohen Ansprüchen nicht genügen, sich gar etwas zu Schulden kommen lassen, müssen sie umgekehrt damit rechnen, vom Sockel gestossen und verurteilt zu werden. Falls Sie selbst sich in einer solchen Situation wiederfinden, egal in welcher Rolle – sei es als Bewunderer/in, Held/in, Richter/in oder Opfer: nutzen Sie die Gelegenheit, um sich die folgenden Fragen zu stellen: Wer bin ich wirklich? Kenne ich meine Stärken und Schwächen? Kann ich mir und anderen Fehler verzeihen? Kann ich die wahre Grösse hinter oder unter dem äusseren Versagen ebenso erkennen wie die Kleinherzigkeit hinter grossartigen Gesten und leeren Versprechungen? Wenn es Ihnen gelingt, Stärken und Schwächen, Licht und Dunkel gleichzeitig zu sehen und dabei schmerzliche Enttäuschungen und altes Leid zuzulassen, können in diesen Tagen wahre Wunder geschehen. Mitgefühl und Toleranz sind gefragt – was nicht zu verwechseln ist mit Schönreden und verwedeln. Die Konstellationen eignen sich denn auch ausgezeichnet für die Beschäftigung mit unerledigten und unverarbeiteten Erfahrungen aus der Vergangenheit, insbesondere wenn es um Vater- und Führungsfragen, um Selbstbild und Selbstverwirklichung geht, aber auch um die Überprüfung von Informationen und Wissensinhalten. Vermeiden Sie es, aus verletztem Stolz oder aufgrund von Egoansprüchen zu handeln; ebenso die Haltung eines beleidigten und schmollenden Kindes bringt Sie nicht weiter. Wenn Sie hingegen aufrichtig und ehrlich mit sich und anderen sind, sich nicht scheuen, auch unangenehmen Wahrheiten ins Gesicht zu sehen – dann können viele alte Wunden heilen. Dabei kann ein grosses Problem eine unverhoffte Lösung finden oder sich sogar heimlich gehegte Visionen erfüllen. Durch Unvoreingenommenheit und die Bereitschaft, eine Frage ohne bestimmte Erwartungen anzugehen, werden wichtige Erkenntnisse möglich. Vielleicht gelingt gar ein Durchbruch, eine unerwartete Wende zum Guten.
In diesen Tagen dürften aber auch Ereignisse und Entscheidungen des letzten Dezembers wieder aktuell werden. Damals gemachte erste Schritte werden auf ihre Tauglichkeit überprüft; dabei zeigt sich, ob die Kraft, Ausdauer und Kompetenz vorhanden sind, um ein damals ins Auge gefasstes Ziel in die Tat umzusetzen. Allenfalls wird es nötig, einen dannzumal eingeschlagenen Kurs zu korrigieren, die Konsequenzen zu ziehen und die Verantwortung für eine Sache zu übernehmen. Eine Zeit der Klärung und Bereinigung beginnt.
Auf der ganz konkreten Ebene ist diese Woche gut dazu geeignet, aufzuräumen, Altes zu ordnen und nicht mehr Notwendiges auszusortieren, um Raum für Neues zu schaffen. Kreativ Tätige profitieren von viel Inspiration. Es lohnt sich, ungewöhnliche Wege zu gehen und mit neuen Ideen zu experimentieren. Voraussetzung fürs Gelingen ist jedoch immer wieder die Bereitschaft, den Boden der Realität nicht zu verlassen und sich auch um scheinbar lästige Details zu kümmern. Seien Sie in allem, was Sie tun, achtsam und sorgfältig, und versuchen Sie nichts zu erzwingen. Geduld lohnt sich. Zu besonderer Vorsicht sei im Umgang mit elektronischen Geräten und im Verkehr geraten. Rechnen Sie mit Störfällen. Auch die Unfallgefahr ist erhöht.
Bereits am Montag werden alle oben beschriebenen Themen aktuell. Die Empfindsamkeit ist deutlich erhöht; innere Unruhe, Ungeduld und Irritierbarkeit machen die Sache auch nicht besser. Schwächen, Ent-Täuschungen oder alte Verletzungen werden immer wieder zum Thema. Versuchen Sie achtsam zu sein; lassen Sie sich nicht zu unbedachten Handlungen und Reaktionen hinreissen, und vermeiden Sie vorschnelle Urteile. Allenfalls findet sich dann in einer scheinbar ausweglosen Situation eine unverhoffte Lösung. Der Tag eignet sich ausgezeichnet für alle Aufräum- und Reinigungsarbeiten, sei es im Büro, zu Hause oder im Garten. Auch die Beschäftigung mit Umwelt- und Gesundheitsfragen lohnt sich.
Am Dienstag und Mittwoch ändert sich der Fokus. Beziehungen und Partnerschaftsthemen jeder Art treten in den Vordergrund, aber auch Rechts- und Wertfragen werden wichtig. An diesen Tagen ist vieles möglich – im Guten wie im Schlechten. So kann in einer seit langem pendenten, wichtigen Frage eine unerwartete Lösung gefunden werden. Vielleicht erfüllt sich auch ein alter Traum, oder es gelingt, eine Vision in die Wirklichkeit umzusetzen. Es ist jedoch auch das Gegenteil denkbar. Heimliche Hoffnungen können zerplatzen wie eine Seifenblase, womit deutlich wird, wo Sie sich täuschen liessen. Schwächen und Fehlleistungen werden also offensichtlich. Teilweise können sich die Ereignisse an diesen Tagen geradezu überstürzen. Lassen Sie sich in solchen Momenten nicht dazu hinreissen, das Kind mit dem Bade auszuschütten und unter dem Druck der Ereignisse, aus enttäuschten oder verletzten Gefühlen heraus, etwas zu tun, was Sie später bereuen. Wenn es Ihnen gelingt, offen zu bleiben und Ruhe zu bewahren, das Für und Wider aufmerksam und sorgfältig abzuwägen, bevor Sie etwas unternehmen, fahren Sie am besten. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, und räumen Sie sich genügend Zeit ein, um sich mit Unvorhergesehenem zu beschäftigen. Klären Sie offene Fragen sorgsam, bevor Sie Schlüsse ziehen. Unter Umständen geht es einfach darum, ein paar Tage abzuwarten – dann klärt sich vieles.
Am Donnerstag und Freitag beruhigen sich die Dinge etwas. Vor allem dann, wenn es an den Vortagen möglich war, die Nerven zu bewahren und auftauchende Fragen und Probleme ernst zu nehmen, können Sie an diesen Tagen recht gut vorankommen und erste Erfolge auf dem Weg zur Lösung erleben. Allenfalls wird Ihnen auch Unterstützung angeboten. Nach wie vor liegt jedoch Intensität in der Luft, und es ist durchaus denkbar, dass die Gefühle sich erst jetzt melden, womit vorher nicht wahrgenommene Details und Hintergründe deutlich werden. Wenn Sie respektvoll und achtsam vorgehen, sind dies zwei gute Tage, um heikle Themen anzusprechen. An den Vortagen begonnene Aufräumarbeiten können fortgesetzt werden, wobei allenfalls bisher verborgene Schätze, aber auch unangenehme oder gar gefährliche Dinge, ans Licht gefördert werden können. Vielleicht gönnen Sie sich aber auch etwas Ruhe und nehmen sich Zeit für Ihr Innenleben, für bisher beiseite geschobene oder verdrängte Gefühle und Erfahrungen. Wenn Sie achtsam bleiben und bereit sind, auch Schwieriges zu akzeptieren, können Sie ohne viel weiteres Zutun ein neues und tiefes Verständnis für eine Sache gewinnen.
Ähnliches gilt für das Wochenende. Am Samstag gilt es zu beachten, dass Kopf und Bauch sich oft nicht einig sind, Wunsch und Wirklichkeit im Widerspruch stehen. Versuchen Sie beiden gerecht zu werden, anstatt eines auszublenden. Am Sonntag macht sich neue und zunehmende Empfindsamkeit bemerkbar. Das Bedürfnis nach Wahrheit und Gerechtigkeit ist gross – ebenso das Bedürfnis nach Anerkennung und der Drang, etwas zu tun. Um so heftiger wird die Betroffenheit, wenn es nicht möglich ist, in einer Sache einzugreifen, wenn eine bewunderte Person Schwächen oder eine Situation sich als zunächst unlösbar zeigt. Bewahren Sie Ruhe und stehen Sie zu gemachten Fehlern; zeigen Sie auch die Bereitschaft, schmerzliche Dinge so zu sehen und zu akzeptieren, wie sie sind. Dann besteht durchaus die Chance einer unerwarteten Wende – vielleicht finden Sie sogar einen unverhofften Schatz.